Staffel IV: Filmgespräche Nachwuchs – Helen Esther Aschauer

#4 Filmgespräche Nachwuchs – Helen Esther Aschauer über Tanz, Intuition und vielfältiges Filmemachen

Mit unserer neuen Reihe Filmgespräche Nachwuchs richten wir den Blick auf die spannende nächste Generation österreichischer Filmschaffender und möchte junge Filmschaffende auf ihrem Weg vom Kurzfilm zum ersten Langfilm begleiten. Barbara spricht mit Nachwuchsregisseur*innen über ihren Werdegang, ihre bisherigen Kurzfilme und ihre ersten Langfilmprojekte, die sich noch in Entwicklung befinden. Den Auftakt macht die kubanisch-österreichische Regisseurin, Autorin und Choreografin Helen Esther Aschauer.

Helen Esther Aschauer ist in Linz aufgewachsen und bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen Film, Tanz, Werbung, Musikvideo und Kunstfilm. Ihre tänzerische Ausbildung und ihr außergewöhnliches Gespür für Bewegung, Rhythmus und Bildsprache prägen ihre Arbeiten ebenso wie ihr Interesse an gesellschaftlichen Themen und vielfältigen Perspektiven. Diese Verbindung aus intuitivem Erzählen und visueller Präzision macht ihre Handschrift unverwechselbar.

Im Gespräch erzählt Helen von ihrem Weg in die Filmbranche – von den ersten professionellen Erfahrungen am Set über ihre Arbeit als Regisseurin für internationale Werbe- und Musikvideoproduktionen bis hin zur Entscheidung, eigene Geschichten zu schreiben und zu inszenieren. Wir sprechen darüber, wie ihre kubanischen Wurzeln und ihr tänzerischer Hintergrund ihre Arbeit beeinflussen und warum sie sich bewusst für diverse Geschichten und neue Perspektiven vor und hinter der Kamera einsetzt.

Ein Schwerpunkt unseres Gesprächs sind ihre beiden aktuellen Kurzfilme, die derzeit erfolgreich auf internationalen Festivals laufen. Der poetische Experimentalfilm Tem Fé verbindet beeindruckende Bilder mit Musik und Bewegung zu einer filmischen Auseinandersetzung mit weiblicher Kraft, Spiritualität und generationsübergreifenden Verbindungen. Ihr erster fiktionaler Kurzfilm TMWYH (Text Me When You’re Home) erzählt von den alltäglichen Ängsten und Schutzmechanismen, die viele Frauen im öffentlichen Raum begleiten. Der Film feierte bereits internationale Festivalerfolge und wurde unter anderem beim Tampere Film Festival mit dem Audience Award ausgezeichnet.

Wir werfen auch einen Blick auf Helens erstes Langfilmprojekt Soy Mirna, das sich derzeit in Entwicklung befindet. Basierend auf der Geschichte ihrer Mutter erzählt der Film von einer Frau kubanischer Herkunft, die in einer Vogelfutterfabrik bei Linz arbeitet. Wir sprechen über die Herausforderungen, persönliche Familiengeschichten für die Leinwand zu entwickeln, über den langen Weg zum Debütfilm und darüber, warum gerade authentische, vielfältige Stimmen das österreichische Kino bereichern.

Ein wichtiges und inspirierendes Gespräch über Intuition als künstlerische Methode, den Mut, eigene Geschichten zu erzählen, und darüber, wie sich Tanz, Identität und Kino zu einer ganz eigenen filmischen Sprache verbinden.

Wir wünschen euch viel Freude beim Zuhören!

Tem Fè (PT 2025, 7 min)

TMWYH (AT 2026, 17 min)